9 Februar 2026

Wie der FC Union Berlin den Sprung in die Elite des deutschen Frauenfußballs schaffte

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Der Frauenfußball in Berlin hat in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen, und der FC Union Berlin gehört zu den Teams, die man dabei nicht übersehen sollte. Im Klub wurde gezielt eine starke Frauenmannschaft aufgebaut, die ihren ersten großen Erfolg im höchsten deutschen Wettbewerb feierte – in der Frauen-Bundesliga. Das Team steht für eine organisierte Spielweise, leidenschaftliche Fans und eine kontinuierliche Entwicklung junger Spielerinnen. Die Spiele ziehen regelmäßig Aufmerksamkeit auf sich, in Berlin ebenso wie bundesweit. Die Geschichte von Union Berlin gilt als anschauliches Beispiel dafür, wie Ambitionen, harte Arbeit und klare Strukturen im Frauenfußball zu nachhaltigem Erfolg führen. Mehr dazu auf iberlin.

Geschichte der Mannschaft

Die Frauenabteilung des FC Union Berlin blickt auf eine lange Geschichte zurück, deren Anfänge bis in die späten 1960er-Jahre reichen. In den Jahren 1968 und 1969 traf sich erstmals eine Gruppe von Studentinnen aus Berlin, um gemeinsam Fußball zu spielen. Am 22. September 1969 erhielten sie schließlich Sportkleidung und Bälle für das Training. Die ersten Spiele fanden gegen lokale Teams statt, betreut wurden die Spielerinnen von Trainern aus dem Männerbereich von Union.

1971 kam es jedoch zu einem Einschnitt. Aufgrund einer Entscheidung des Fußballverbandes der DDR musste die Frauenmannschaft den Verein verlassen, da Union zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit hatte, eine amateurhafte Frauenabteilung weiterzuführen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde der Frauenfußball wieder in die Vereinsstruktur integriert. In den folgenden Jahren spielte das Team auf verschiedenen regionalen Ebenen. In den 2000er- und 2010er-Jahren gelang Union mehrfach der Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga, ein langfristiger Verbleib dort blieb jedoch zunächst aus. Auf Abstiege folgten immer wieder neue Anläufe und weitere Aufstiege.

Ein entscheidender Wendepunkt kam in der Saison 2023/2024. Der Klub setzte konsequent auf die Professionalisierung der Frauenmannschaft. Alle Spielerinnen erhielten Profiverträge, Ailien Poese übernahm das Amt der Cheftrainerin, zudem wurde eine eigene Leitungsposition für den professionellen Frauenfußball geschaffen. In dieser Spielzeit gewann Union alle Partien in der Regionalliga und stieg souverän in die 2. Bundesliga auf.

Auch in der Saison 2024/2025 setzte sich die positive Entwicklung fort. Union belegte den ersten Platz in der 2. Frauen-Bundesliga, sicherte sich den Meistertitel und schaffte damit den historischen Aufstieg in die Frauen-Bundesliga, die höchste Spielklasse Deutschlands. Es war der erste Einzug in die Elite des Frauenfußballs in der Vereinsgeschichte.

Erfolge und sportliche Leistungen

In der Saison 2025/2026 tritt die Frauenmannschaft des 1. FC Union Berlin in der Frauen-Bundesliga an. Für den Klub ist das ein gewaltiger Schritt, wenn man bedenkt, dass das Team wenige Jahre zuvor noch in der dritten regionalen Spielklasse aktiv war.

Zu den herausragenden Erfolgen zählt vor allem der Meistertitel in der 2. Frauen-Bundesliga 2024/2025. Am letzten Spieltag gewann Union mit 6:0 gegen den FSV Gütersloh und stellte dabei einen Zuschauerrekord für ein Frauen-Spiel des Vereins auf. Mehr als 20.000 Fans verfolgten die Partie im Stadion An der Alten Försterei.

Kapitänin Lisa Heiseler gehörte in dieser Saison zu den treffsichersten Spielerinnen der Liga. Mit 22 Toren war sie die erfolgreichste Torschützin der zweiten Spielklasse.

Neben dem sportlichen Erfolg sorgte Union auch auf den Rängen für neue Maßstäbe. Mehrere Heimspiele wurden von über 14.000 Zuschauern besucht. Für den Frauenfußball in Berlin markierte das eine neue Phase der öffentlichen Wahrnehmung.

In der Bundesliga-Saison 2025/2026 trifft Union nun auf die etablierten Spitzenklubs des Landes. Auch wenn die ersten Spiele noch keine Siege brachten, zeigte die Mannschaft bereits konkurrenzfähige Leistungen gegen deutlich erfahrenere Gegnerinnen.

Kader und Schlüsselspielerinnen

In der Saison 2025/2026 umfasst der Kader rund 22 bis 25 Spielerinnen. Er vereint erfahrene Fußballerinnen mit jungen Talenten, die sich Schritt für Schritt auf höchstem Niveau beweisen.

Zu den Führungsspielerinnen zählen:

Lisa Heiseler – Kapitänin und zentrale Mittelfeldspielerin, prägend im Offensivspiel.
Korina Janež – offensive Mittelfeldspielerin, wichtig für den Spielaufbau.
Sophie Weidauer – Stürmerin und eine der torgefährlichsten Spielerinnen im Team.
Eileen Campbell – Angreiferin mit internationaler Erfahrung, stark im Abschluss.
Tomke Schneider – Innenverteidigerin, zentrale Stütze der Defensive.

Die Mischung aus Routine und Tempo sorgt für Ausgeglichenheit im Team. Erfahrene Spielerinnen geben ihr Wissen weiter, junge Kräfte bringen Dynamik ein. Dieser Ansatz hilft Union, auch im ersten Bundesliga-Jahr wettbewerbsfähig zu sein.

Trainerstab

Cheftrainerin der Frauenmannschaft ist Ailien Poese. Sie leitet das Profiteam in Vollzeit und verantwortet zugleich die gesamte Struktur des Frauen- und Mädchenfußballs im Verein. Vor ihrer Rückkehr nach Köpenick arbeitete sie als Trainerin für deutsche Nachwuchsnationalteams, unter anderem für die U16 der Frauen. Als Spielerin stand Poese zwischen 1998 und 2010 selbst für Union auf dem Platz.

Zum Trainerstab gehören außerdem mehrere Spezialistinnen und Spezialisten: Sabrina Eckhoff als Co-Trainerin mit Erfahrung aus der Nachwuchsarbeit und aus Wolfsburg, wo Titel in Meisterschaft und Pokal gewonnen wurden, Simon Falke als Co-Trainer und Torwarttrainer sowie Bao Nguyen im Bereich Athletik und Rehabilitation. Ergänzt wird das Team durch Sportpsychologie und Physiotherapie.

Im Trainingsalltag setzt Union auf klare Belastungssteuerung, gezielte körperliche Vorbereitung und technische Detailarbeit. Gegneranalysen gehören ebenso zur Routine, um optimal auf die Spiele in der Bundesliga vorbereitet zu sein.

Der Einfluss des Trainerstabs zeigt sich nicht nur in Ergebnissen, sondern auch in der individuellen Entwicklung einzelner Spielerinnen, die nun erstmals auf höchstem nationalem Niveau zum Einsatz kommen. Die schrittweise Professionalisierung ist ein zentraler Bestandteil der langfristigen Vereinsstrategie.

Einfluss auf den Frauenfußball in Berlin

Die Frauen von Union Berlin spielen eine wichtige Rolle für die Sichtbarkeit des Frauenfußballs in der Hauptstadt. Seit dem Aufstieg in die Bundesliga ist das Interesse an Spielen und Auftritten der Mannschaft deutlich gestiegen. Tausende Fans besuchen die Partien, häufig mehr als in früheren Jahren in unteren Ligen. Das stärkt die Identifikation und fördert das Interesse am Frauenfußball in Berlin.

Der Verein arbeitet eng mit Nachwuchsprogrammen und Fußballschulen zusammen. Mädchen werden gezielt in Trainings und Vereinsaktivitäten eingebunden und erhalten so frühzeitig Zugang zum Fußball. Diese Maßnahmen erleichtern den Übergang vom Jugend- in den Leistungsbereich.

Zukunftspläne

Union Berlin verfolgt klare Ziele für die kommenden Jahre. Nach dem Aufstieg in die Frauen-Bundesliga soll sich das Team dauerhaft in der höchsten Spielklasse etablieren und konstante Leistungen zeigen. Die Vereinsführung arbeitet gezielt an der Verstärkung des Kaders, um die sportliche Qualität weiter zu steigern.

Die Entwicklungsstrategie setzt weiterhin auf Nachwuchsarbeit, bessere Trainingsbedingungen und eine stärkere lokale Verankerung. Gleichzeitig prüft der Klub Möglichkeiten, Spielerinnen mit nationaler und internationaler Erfahrung zu verpflichten.

Der Einfluss von Union auf die Bundesliga könnte in den nächsten Jahren weiter wachsen. Mit dem vorhandenen Potenzial ist eine stabile Rolle im Mittelfeld der Liga realistisch – und langfristig auch der Blick in Richtung europäischer Wettbewerbe.

Quellen:

  1. https://www.dfb.de/news/vor-rekordkulisse-union-berlin-steigt-als-meister-auf
  2. https://www.kicker.de/durchmarsch-perfekt-union-frauen-steigen-in-die-bundesliga-auf-1114195/artikel
  3. https://fcbayern.com/frauen/en/news/2025/11/union-berlin-moving-up-with-ambition-and-professionalism
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