Der russische Bolschewismus oder Kommunismus ist ein Phänomen in der Weltgeschichte, das den Völkern Europas großes Leid gebracht hat – möglicherweise sogar mehr als der deutsche Nationalsozialismus. Eine der Themen, die lange verschwiegen wurden und die dennoch Aufmerksamkeit verdienen, sind die Vergewaltigungen deutscher Frauen durch sowjetische Soldaten während der Besatzung Deutschlands, insbesondere Berlins. Über dieses düstere Kapitel der Berliner Geschichte berichtet iberlin.eu.
Geschichte und Statistik der Vergewaltigungen
Laut BBC waren Massenvergewaltigungen während kriegerischer Auseinandersetzungen keine Seltenheit, doch die größte Welle der Massenvergewaltigungen in der Geschichte ereignete sich in Deutschland in den Jahren 1944–1945. Hauptverantwortlich für diese Verbrechen waren sowjetische Soldaten, obwohl auch amerikanische, britische und teilweise französische Truppen ähnliche Fälle verzeichneten.
Vor dem Einmarsch der Roten Armee scherzten deutsche Frauen, es sei „besser ein Russe über mir als ein Yankee über mir“, in Anspielung auf die Bombenangriffe der Alliierten. Doch als die sowjetischen Soldaten kamen, erwies sich die Realität als viel düsterer.

Die Anzahl der Vergewaltigungsopfer wird auf Zehntausende bis zu 2 Millionen geschätzt. Allein in Ostpreußen, Pommern und Schlesien wurden 1,4 Millionen Frauen vergewaltigt, in Berlin mehr als 100.000. Die Opfer waren zwischen 8 und 80 Jahre alt. Ein Maßstab für die Opferzahl sind die mehr als 100.000 Abtreibungen, die allein in Berlin durchgeführt wurden, wobei etwa 10.000 Frauen an den Folgen der Abtreibungen starben.
Deutsche Ärzte, die die Fälle dokumentierten, schätzten, dass die Zahl der Opfer in Berlin zwischen 95.000 und 130.000 lag. Etwa jede zehnte Frau starb, da sie die Gewalt nicht überlebte. Berichte zeigen auch Vergewaltigungen von Kindern, die von sowjetischen Soldaten vor den Augen ihrer Eltern missbraucht wurden.
In der Stadt Treuenbrietzen vergewaltigten sowjetische Soldaten während der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ Hunderte junger Frauen. Nach dem Tod eines sowjetischen Offiziers wurden 88 Männer (laut anderen Quellen bis zu 1.000) willkürlich verhaftet und erschossen.
Auch in Ungarn kam es zu massenhaften Vergewaltigungen durch sowjetische Soldaten, trotz eines Verbots durch das sowjetische Kommando. In Budapest wurden über 50.000 Frauen Opfer sexueller Gewalt.
Vergewaltigungen betrafen nicht nur deutsche Frauen, sondern auch Ukrainerinnen, Polinnen und Belarussinnen, die vom Reich zur Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht wurden. Berichte dokumentieren, dass sogar sowjetische Frauen von ihren eigenen Soldaten vergewaltigt wurden.
Der britische Historiker Antony Beevor fand Berichte des sowjetischen NKWD, die an Lawrenti Beria geschickt wurden, über eine „Epidemie sexueller Gewalt“ in Deutschland. Stalin selbst erhielt diese Informationen. Viele Frauen begingen Suizid oder töteten ihre Kinder, um dem Schicksal einer Vergewaltigung zu entgehen.

Historische Kontroversen
Im sowjetischen Staat wurde das Thema Vergewaltigungen deutscher und ungarischer Frauen verschwiegen. Historiker und Journalisten, die dieses Thema in den von der UdSSR kontrollierten Ländern aufgriffen, wurden verfolgt. In Russland gibt es bis heute Debatten über die Opferzahlen und die Methodik der westlichen Historiker. Einige russische Historiker behaupten, die Berichte seien übertrieben und hätten das Ziel, die Rote Armee zu diskreditieren.
In Deutschland sind Vergewaltigungen und die Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen ein zentraler Diskussionspunkt. Nach den 1960er Jahren versuchten deutsche Linke, den Diskurs von der Opferrolle der Deutschen hin zur Verurteilung der nationalsozialistischen Vergangenheit zu verschieben.
Beispiele: Gabriele „Gabi“ Köpp und „Eine Frau in Berlin“
Gabriele Köpp, eine deutsche Physikerin und Autorin, schildert in ihrer Autobiografie ihre Erlebnisse während der Flucht vor der Roten Armee. 1945 wurde sie mit 15 Jahren mehrfach von sowjetischen Soldaten vergewaltigt. Ihre Mutter verbot ihr, über die Verbrechen zu sprechen. Erst 1992 veröffentlichte sie ihre Geschichte.
Marta Hillers, Autorin von „Eine Frau in Berlin“, berichtet über die Vergewaltigungen während der sowjetischen Besatzung der Stadt. Sie beschreibt, wie Frauen gezwungen waren, sich gegen Lebensmittel und Schutz den Soldaten zu ergeben. Hillers thematisiert die Grenze zwischen Vergewaltigung und Prostitution, die in dieser Zeit oft verschwamm.

Verbrechen in Berlin
Interessant sind die Tagebucheinträge des sowjetischen Offiziers Wladimir Gelfand, der über Disziplinlosigkeit, Diebstahl und sexuelle Gewalt in der Roten Armee berichtete. Er beschrieb, wie Frauen in Berlin über die Vergewaltigungen sprachen und ihn baten, sie zu schützen.

Die Vergewaltigungen in Deutschland dauerten bis 1947–1948 an, als das sowjetische Kommando begann, Soldaten aus Städten abzuziehen und auf Posten und Lager zu konzentrieren.