Berlin, eine Stadt moderner Architektur und innovativer Technologien, überrascht auf Schritt und Tritt mit ihrer Einzigartigkeit und ihrem zeitgenössischen Design. Doch die deutsche Hauptstadt ist nicht nur für ihre moderne Baukunst bekannt, sondern auch für ihre historischen Wahrzeichen, berichtet iberlin.eu.
Die älteste Kirchengebäude Berlins

Die älteste Kirche Berlins ist die St.-Marien-Kirche. Es handelt sich um eines der wenigen historischen Bauwerke in Deutschland, das trotz aller historischen Ereignisse und Veränderungen weiterhin als Gotteshaus genutzt wird. Die St.-Marien-Kirche liegt an der Karl-Liebknecht-Straße in Berlin, unweit des berühmten Fernsehturms.
Über das genaue Baujahr der Kirche gibt es keine Informationen. Die erste schriftliche Erwähnung stammt jedoch aus dem Jahr 1292. Man kann sich kaum vorstellen, was diese Kirche im Laufe der Jahrhunderte überstanden hat! Natürlich wurde die Kirche mehrmals renoviert, doch sie hat ihre besondere Aura der Vergangenheit und einige historische Kunstwerke bewahrt, die wir später genauer beschreiben.
Architektonische Merkmale der Kirche

Auf den ersten Blick wirkt die St.-Marien-Kirche wie ein modernes Gotteshaus. Doch kaum jemand weiß, welche Geschichte dieses Bauwerk birgt.
Die ältesten Teile der Kirche bestehen aus Granit, und die Außenwände sind mit rotem Backstein verkleidet. Um einen harmonischen architektonischen Komplex zu schaffen, wurde in der Nähe 1869 das Rote Rathaus errichtet.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche schwer beschädigt. Ihre Zukunft war lange Zeit ungewiss, insbesondere durch die Teilung Deutschlands und Berlins. Eine Zeitlang gehörte die Kirche zum Ostteil der Stadt.
Erst Mitte der 1950er Jahre beschloss die deutsche Regierung, die St.-Marien-Kirche zu restaurieren. Sie wurde im Stil der Backsteingotik errichtet, einem für Norddeutschland typischen Baustil. Vor dem Haupteingang der Kirche befindet sich eine der ältesten und einzigartigsten Statuen Martin Luthers, des Initiators der Reformation.
Ursprünglich war die Kirche römisch-katholisch, doch später wurde sie lutherisch-protestantisch.
Geschichte der Kirche
Die erste schriftliche Erwähnung der St.-Marien-Kirche stammt vom 3. Januar 1292. Das Fundament wurde im 13. Jahrhundert aus Naturstein errichtet. Darauf entstand die einzigartige Kirche im Stil der Backsteingotik.
Der Kirchturm wurde aus Kalkstein gebaut, der in der Nähe der Hauptstadt abgebaut wurde. Der Turm brannte zweimal ab und wurde 1666 und 1790 neu aufgebaut. Die heutige neugotische Version stammt von der letzten Rekonstruktion.
Die erste Restaurierung der Kirche fand Ende des 19. Jahrhunderts statt – erstaunlich, wie lange sie ohne jegliche Eingriffe standhielt. Die nächste Restaurierung erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg.
Vor dem Krieg befand sich die St.-Marien-Kirche im dicht bebauten Berliner Bezirk Mitte und war eine Pfarrkirche. Nach dem Krieg wurde das Gelände um die Kirche von Ruinen und Gebäuden freigeräumt, um eine offene Fläche zu schaffen.
1938 wurde die St.-Marien-Kirche offiziell als das älteste noch genutzte Gotteshaus Berlins anerkannt. Diesen Status hat sie bis heute nicht verloren.
Die Freske „Totentanz“

Eine der Hauptattraktionen der Kirche ist die Freske „Totentanz“. Sie ist 22,6 Meter lang und zwei Meter hoch und zeigt Figuren verschiedener gesellschaftlicher und spiritueller Stände, die mit dem Tod tanzen. Diese Freske entstand vermutlich 1484 während der Pest.
Die Freske beginnt am Westeingang und umfasst den Hauptsaal der Kirche. Im Zentrum steht das Kreuz, umgeben von den Figuren des Totentanzes. Der unter der Freske erhaltene Text gilt als das älteste bekannte Gedicht Berlins.
Die Orgel der St.-Marien-Kirche
Ein weiteres Juwel der Kirche ist ihre historische Orgel, auf der Johann Sebastian Bach spielte. Die ursprüngliche Orgel wurde 1722 von Joachim Wagner, einem Schüler Gottfried Silbermanns, erbaut. Trotz mehrerer Umbauten gilt sie als eine der schönsten Orgeln Deutschlands.
1996 wurde die Orgel schwer beschädigt, und 2002 wurde ein neues Instrument nach Wagner gebaut – die Orgel Alfred Kern & fils.