Deutschland ist ein Land, das für seine Ingenieure, Maschinenbauer und Unternehmer bekannt ist. Einer der erfolgreichen deutschen Konstrukteure war Brunolf Baade. Dank ihm erhielt das Land zahlreiche Flugzeugmodelle und ein Unternehmen zu ihrer Produktion. Daher wurde er als Vater der Luftfahrtindustrie der Deutschen Demokratischen Republik bezeichnet. Mehr über Brunolf Baade erfahren Sie auf iberlin.eu.

Die ersten Schritte im Leben
Der zukünftige Ingenieur und Flugzeugbauer wurde am 15. März 1904, also zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in Berlin-Kreuzberg geboren. Bei seiner Geburt erhielt der Junge den Namen Karl Wilhelm Bruno, wie es in der Geburtsurkunde und dem Taufregister vermerkt ist. Doch gegen Ende seiner Schulzeit taucht in den Dokumenten ein anderer Name auf – Brunolf. Warum diese Änderung erfolgte, ist unklar, doch seitdem wurde der Name dauerhaft verwendet.
Seine Eltern, Wilhelm und Martha, waren gebildete Menschen. Der Vater arbeitete bei der Organisation AFA – „Amortisation für Aktiva“. Diese Organisation war für die Gewährung von Steuererleichterungen an Unternehmen in Deutschland zuständig, damit sie ihre Vermögenswerte nach der Alterung und Abnutzung von Anlagen nicht verloren. Der Vater war somit ein Ökonom.
Die Mutter war Unternehmerin und besaß ein Hutgeschäft. Nach der Geburt ihres Sohnes und seiner jüngeren Schwester gab sie ihre Arbeit auf und wurde Hausfrau.
Im Jahr 1910 wurde Brunolf Baade in das Kaiser-Friedrich-Realgymnasium in Rixdorf (heute Neukölln) eingeschult, das damals eine eigenständige Stadt war. Bis 1920 war es noch nicht Teil Berlins.
Im Jahr 1922 schloss Brunolf Baade die Schule mit dem Abitur ab, das seinen Bildungsstand bewertete und ihm den Weg zu weiteren akademischen Einrichtungen eröffnete. Um das Abitur zu bestehen, musste man Kenntnisse in Kultur, Mathematik, Naturwissenschaften, Fremdsprachen und anderen Fächern nachweisen. Die Prüfungen bestanden aus schriftlichen und mündlichen Teilen.

Studium, Arbeit und Reisen
Zu dieser Zeit wusste Brunolf bereits, was er werden wollte. Sein Traum war es, Schiffe zu bauen. Daher schrieb er sich nach der Schule an der Universität Hamburg ein. Parallel zu seinem Studium nahm er eine Stelle bei der Deutschen Werft und Blohm & Voss an, zwei führenden Werften. Dort beteiligte er sich am Bau des Dampfschiffs „Wasgenwald“. Nach Fertigstellung des Schiffs reiste Baade als Kohlenschaufler mit nach Südamerika. Diese Arbeit war hart und schmutzig, wurde jedoch mit unvergesslichen Erlebnissen wie dem Panamakanal und Kap Hoorn belohnt.
Weiterbildung und Interesse an der Luftfahrt
1923 begann Brunolf sein Studium des Maschinenbaus an der Berliner Universität. 1926 schloss er sein Studium mit einem Abschluss in Schiff- und Flugzeugbau ab. Zu diesem Zeitpunkt überwog sein Interesse am Flugzeugbau sein ursprünglicher Traum, Schiffe zu bauen. Während seines Studiums arbeitete er eng mit dem Deutschen Luftfahrtforschungsinstitut zusammen und führte Motorentests in Vakuumkammern durch.

Nach Abschluss seines Studiums hatte er die Möglichkeit, an der Technischen Universität München seinen Doktortitel zu erwerben. Dort forschte und arbeitete er bis 1929, als er seinen Ingenieurtitel erhielt. Da an der Universität keine Stelle frei war, begann Baade als technischer Mitarbeiter bei der Bayerischen Flugzeugwerke (BFW) zu arbeiten. Gleichzeitig bereitete er Sportflugzeuge für den Flug vor, die in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Firma entwickelt wurden.
Zu dieser Zeit beschloss Baade, in die USA zu gehen, wo er in mehreren Firmen arbeitete. Nach einem Jahr kehrte er nach Deutschland zurück, erhielt jedoch erneut die Möglichkeit, in die USA zu gehen, diesmal mit einer Green Card. 1932 arbeitete er in Akron, das als „Welthauptstadt des Gummis“ bekannt war, und entwickelte dort den Expresswagen „Komet“.
Rückkehr nach Deutschland und Arbeit bei Junkers

Die Arbeit in den USA gefiel ihm, doch seine Kontakte zu Junkers veranlassten ihn, 1936 nach Deutschland zurückzukehren, wo er einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieb. Bei Junkers leitete er die Konstruktionsabteilung und lebte in Dessau. Dies dauerte bis 1939. In Erwartung des Krieges versuchte Baade mit seiner Familie in die USA auszuwandern, doch die deutsche Regierung verhängte ein Ausreiseverbot.
Der Krieg und die Nachkriegszeit
Mit dem Angriff Deutschlands auf Polen begann der Zweite Weltkrieg. Brunolf Baade arbeitete an der Konstruktion von Bombern wie Ju 88, Ju 188, Ju 288, Ju 388 und Ju 287, was ihm innerhalb des Unternehmens schnelle Aufstiegsmöglichkeiten bot.
Nach dem Ende des Krieges geriet Baade in amerikanische Kriegsgefangenschaft, bevor er unter sowjetischer Verwaltung für Junkers weiterarbeitete. 1946 wurde er mit seiner Belegschaft nach Dubna bei Moskau gebracht, wo er an Projekten wie dem EF 131 und dem EF 140 arbeitete.
1952 kehrte Baade in die DDR zurück, wo er die Entwicklung der Luftfahrtindustrie vorantrieb. Unter seiner Leitung wurde das Strahlflugzeug „152“ entwickelt. In Dessau entstand ein neues Werk, in dem Flugzeuge wie die Il-14 in Lizenz gefertigt wurden.

Persönliches Leben
Baade heiratete 1932 Anna Stierle während seines Aufenthalts in den USA. Gemeinsam hatten sie fünf Kinder.
Tod
Brunolf Baade verstarb am 5. November 1969 nach einem langen Kampf gegen Magenkrebs in einem Berliner Krankenhaus. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Eichwalde im Landkreis Dahme-Spreewald.