10 Mai 2026

BFC „Dynamo“ – Zehnfacher Meister der DDR im Fußball

Related

Share

Wie viele andere ostdeutsche Vereine ist der BFC „Dynamo“ ein vergleichsweise junger Club. Er entstand 1966 aus der Sportvereinigung „Dynamo“ Berlin durch die Abspaltung der Fußballabteilung. Diese Maßnahme war Teil der Strategie, Fußballzentren in der DDR zu schaffen, um die besten Spieler des Landes an wenigen Standorten zu konzentrieren. Mehr über die Geschichte dieses erfolgreichen DDR-Meisters lesen Sie auf iberlin.eu.

Der „Stasi-Club“

Der Vorsitzende des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, Erich Mielke, war gleichzeitig Leiter der Sportvereinigung „Dynamo“. Die Organisation war der wichtigste Sponsor des Clubs, weshalb der BFC bald als „Stasi-Club“ bekannt wurde. Dank Mielkes Unterstützung avancierte „Dynamo“ in den 1970er-Jahren zur Vorzeigemannschaft des DDR-Fußballs und gewann zwischen den Spielzeiten 1977/78 und 1987/88 zehn Meistertitel in Folge. Damit qualifizierte sich der Club regelmäßig für die europäischen Pokalwettbewerbe. Viele Spieler dieser Zeit stammten aus der eigenen Jugendabteilung, die auch heute noch einen guten Ruf genießt.

Mit dem Untergang der DDR begann der sportliche Niedergang des Vereins. Die staatliche und politische Unterstützung entfiel, und zahlreiche Spieler, darunter Thomas Doll, wechselten in die Bundesliga. Am 19. Februar 1990 wurde der Name des Clubs in FC Berlin geändert. In der letzten Saison der Oberliga vor ihrer Integration in den Spielbetrieb des DFB im Jahr 1991 belegte der BFC nur den elften Platz und verpasste die Qualifikation für die 1. und 2. Bundesliga. Der Club spielte fortan in der dritten Liga.

Sportlicher und finanzieller Niedergang

1999 kehrte der Club auf Drängen der Fans zum Namen BFC „Dynamo“ zurück. Bereits ein Jahr später stieg der Verein aus der Regionalliga Nordost in die vierte Liga, die Oberliga Nordost, ab und musste 2001 Insolvenz anmelden. Nach Jahren des sportlichen und finanziellen Niedergangs gelang es dem Verein jedoch, sich Schritt für Schritt zu konsolidieren.

2004 gewann der Club die Berliner Meisterschaft und kehrte in die Oberliga zurück. Nach zehn Jahren in dieser Liga schaffte „Dynamo“ 2014 als Meister den lang ersehnten Aufstieg in die Regionalliga Nordost. In den folgenden Jahren etablierte sich der Club in dieser Liga und gehörte stets zur Spitze der Tabelle. In der Saison 2021/22 ließ der BFC „Dynamo“ bekannte Mannschaften wie den FC Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und den Chemnitzer FC hinter sich und wurde Meister der Regionalliga Nordost. Als Meister nahm der Club an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga teil und traf auf den VfB Oldenburg aus der Regionalliga Nord.

Zuschauerrekord

Insgesamt konnte der Club nach der Wiedervereinigung sieben Siege im Berliner Pokal feiern, zuletzt 2021, sowie den Titel des Berliner Meisters 2004.

Der BFC „Dynamo“ hat seine Heimat im Sportforum im Berliner Bezirk Alt-Hohenschönhausen und trägt dort seine Heimspiele aus. Das „Sportforum“ ist ein weitläufiger Komplex mit 35 Sportanlagen. Die Anlage wurde 1954 erbaut und entwickelte sich schnell zum führenden Sportzentrum der DDR. Das Fußballstadion im „Sportforum“ wurde 1959 fertiggestellt und diente ab der Saison 1961/62 als Heimstätte für die Fußballmannschaften des SC „Dynamo“ Berlin und später des BFC „Dynamo“.

1972 zog der BFC „Dynamo“ jedoch in den größeren Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark um und nutzte das „Sportforum“ hauptsächlich als Trainingszentrum. Während der Saison wurde das Stadion im „Sportforum“ weiterhin für Heimspiele im UEFA-Pokal gegen europäische Gegner genutzt. Gegen den FC Liverpool wurde ein Zuschauerrekord von 20.000 Besuchern aufgestellt, der bis heute Bestand hat.

... Copyright © Partial use of materials is allowed in the presence of a hyperlink to us.