Dank der Freundschaft seines Vaters mit Otto Lilienthal, dem Pionier der deutschen Luftfahrt, erkannte die Familie Hanuschke die Bedeutung der Luftfahrt. Der Vater von Bruno Hanuschke stellte seinen Söhnen finanzielle Mittel zur Verfügung, um ihren ersten Flugapparat zu bauen. Bereits als 15-jähriger Schüler der Berliner Lessingschule und des Realgymnasiums beherrschte Bruno Hanuschke das Fliegen mit einem Gleiter. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Karl Heinrich Willi unternahm er erste Gleitflüge am Tegeler Steinberg mit einer Startflughöhe von bis zu 14 Metern. Mehr über das Leben dieses Berliner Flugzeugkonstrukteurs und Erfinders lesen Sie auf iberlin.eu.
Konstruktion von Monoplanen

Bruno Heinrich Karl Hanuschke wurde 1892 in Tegel, einem heutigen Stadtteil von Berlin, geboren. Anfang 1910 gründeten die Brüder Bruno und Willi Hanuschke die Firma „Bruno Hanuschke Flugzeugbau“ auf dem neu errichteten Flugplatz Johannisthal. Seitdem konzentrierten sie sich ausschließlich auf den Bau von Monoplanen. Der erste Monoplan von Hanuschke war mit einem 25-PS-Anzani-Dreizylindermotor und einem einstellbaren Metallpropeller ausgestattet. Mit diesem selbst konstruierten Fluggerät erfüllte Bruno Hanuschke am 25. August 1910 auf dem Flugplatz Johannisthal die Anforderungen für ein Pilotenzertifikat. Am 8. Oktober 1910 erhielt er die Fluglizenz Nr. 35 vom Deutschen Luftschifferverband gemäß den Regeln der Fédération Aéronautique Internationale. Zu diesem Zeitpunkt war Bruno der jüngste deutsche Flugzeugkonstrukteur und der zweitjüngste Pilot in Deutschland.
Flugschule

Die Brüder Hanuschke gründeten eine Flugschule und entwickelten sowie bauten in ihrer Werkstatt weiterentwickelte Monoplane. Der Militär-Monoplan des Typs 1913 zeichnete sich durch einen kurzen Startweg und außergewöhnliche Steigleistung aus. Ausgestattet mit einem 80-PS-Gnom-Rhone-Umlaufmotor und einem 2,7-Meter-Propeller erreichte das Flugzeug eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Der Rumpf des Monoplans bestand vollständig aus Stahlrohren, die durch Autogenschweißen verbunden waren. Die Verstärkungen der Stahlrohre bildeten eine dreieckige Struktur, und die Schweißverbindungen wurden durch Metallblechverstärkungen zusätzlich gesichert. Das Gesamtgewicht des Flugzeugs betrug 250 Kilogramm.
Bruno Hanuschke war einer der populärsten Pioniere der deutschen Luftfahrt. Sein einzigartiger Flugstil und seine Bereitschaft, auch bei schlechtesten Wetterbedingungen zu fliegen, machten ihn berühmt. Er gilt als erster „Sturmflieger“ von Johannisthal. Am 1. Oktober 1910 unternahm er einen solchen Sturmflug bei Windgeschwindigkeiten von 25–30 Metern pro Sekunde. Trotz des Gegenwinds und rückwärts gerichteter Bodenbewegung startete er erfolgreich.
Der erste Nachtflug

Bruno Hanuschke zog mit seinen spektakulären Flugmanövern die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Am 31. Oktober 1912 berichtete der Berliner Polizeipräsident von Jagow, dass Hanuschke längere Zeit über dem Neuen Palais gekreist war und einen Lorbeerkranz in der Nähe abwarf. Die Sicherheit des Herrschers geriet dadurch in Gefahr. Infolgedessen wurden am 19. Januar 1913 Flüge über Fürstenpaläste und -gärten verboten. Bereits im Juli 1913 führte Hanuschke einen der ersten Nachtflüge durch.
Bruno Hanuschke nahm an zahlreichen Flugwettbewerben teil, darunter der deutsche BZ-Preis der Lüfte, der Schwäbische Überlandflug und das Gothaer Flugzeugturnier. Während der Frühlingsflugwoche in Johannisthal, die vom 25. Mai bis 1. Juni 1913 stattfand, belegte er den zweiten Platz hinter Felix Leich.
Ende der Flugschule und Unternehmung
Die Flugschule der Hanuschkes existierte bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Bis zum Sommer 1914 produzierte das Unternehmen weiterhin Flugzeugteile für die deutschen Luftstreitkräfte. Krankheit und finanzielle Schwierigkeiten zwangen Bruno Hanuschke jedoch 1918, das Unternehmen an den Berliner Fabrikanten Franz Conrad zu verkaufen.