Moderne Technologien mögen kaum noch jemanden überraschen, doch die menschlichen Errungenschaften, die Tag für Tag neue Horizonte eröffnen, beeindrucken weiterhin. Eine solche Errungenschaft ist die größte und älteste Klinik Europas – die Charité in Berlin. Die Charité ist nicht nur ein medizinisches Zentrum, sondern auch eine universitäre Einrichtung für mehrere Hochschulen in Deutschland. Ihre Geschichte reicht Jahrhunderte zurück und zeugt von einer bemerkenswerten Entwicklung. Was macht diese Institution so besonders? Mehr dazu erfahren Sie auf iberlin.eu.
Die Gründung der Klinik
Die Charité wurde am 14. November 1709 gegründet. Anlass war die große Pestepidemie während des Nordischen Krieges, die im 18. Jahrhundert viele Menschenleben forderte. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. beschloss daher, in Berlin das erste medizinische Zentrum zu errichten. Auch wenn die Mittel damals nicht ausreichten, um alle Infizierten zu behandeln, war die Gründung der Klinik ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Epidemien. Der Bau begann 1710, und die Klinik wurde zunächst außerhalb der Stadtgrenzen errichtet, da die Pest Berlin verschont hatte.
Nach der Fertigstellung diente die Charité zunächst nicht der Epidemiebekämpfung, sondern wurde als Armengefängnis genutzt. Erst 1727 entschied Friedrich Wilhelm I., das Gebäude zu einer öffentlichen Klinik umzuwandeln. Er gab ihr auch den bis heute gültigen Namen „Charité“, was auf Französisch „Barmherzigkeit“ bedeutet. Der erste Leiter war Johann Theodor Eller, der Leibarzt des Königs und ein angesehener Mediziner, Mineraloge und Chemiker.

Blütezeit und erste Errungenschaften
Unter der Leitung von Johann Theodor Eller erlebte die Charité eine schnelle Entwicklung. Zunächst bestand die Klinik aus einem zweistöckigen Gebäude: Im Erdgeschoss waren die Mitarbeiter untergebracht, im oberen Stockwerk die Patienten.
1713 wurde auf dem Klinikgelände das erste Anatomische Theater Berlins eröffnet, in dem anatomische Sektionen durchgeführt und medizinische Forschungen angestellt wurden. Später entstand dort auch das erste medizinische Kolleg.

Im 19. Jahrhundert avancierte die Charité zu einer revolutionären Klinik in Deutschland, die sich von anderen medizinischen Einrichtungen abhob. Während der Nazi-Herrschaft änderte die Klinik jedoch ihr Profil: Ab 1942 wurden dort zahlreiche Experimente an Menschen mit physischen oder psychischen Behinderungen durchgeführt. Nach dem Krieg kehrte die Charité zu ihrer eigentlichen Bestimmung zurück und wurde eines der führenden medizinischen Zentren Berlins. Seit 2019 gehört sie zum Berliner Universitätsverbund.
Die Charité heute
Heute behandelt die Charité jährlich über 100.000 stationäre und mehr als eine Million ambulante Patienten – ein beeindruckender Beweis für die Qualität ihrer Leistungen. Die Klinik ist bekannt für ihre internationale Forschung und innovative Behandlungsansätze.
Bemerkenswert ist, dass zahlreiche Nobelpreisträger in der Charité gearbeitet und dort bedeutende medizinische Forschungen durchgeführt haben. Seit 2014 werden in der Klinik erstmals Operationsroboter wie der „Da Vinci“-Roboter eingesetzt, der den Ärzten bei komplexen Eingriffen assistiert.
Laut dem Magazin Focus gilt die Charité als die beste Klinik Deutschlands und Europas. Auch in der Rangliste des amerikanischen Magazins Newsweek und des Portals Statista belegte sie den fünften Platz unter den 1000 besten Kliniken der Welt.

Die Klinik legt besonderes Augenmerk auf moderne medizinische Bereiche wie Genetik, Onkologie und Transplantationsmedizin. Sie ist weltweit bekannt für die Behandlung seltener und äußerst komplizierter Krankheiten sowie Infektionen wie Ebola. Interessanterweise verfügt ganz Deutschland nur über 30 Isolierbetten für lebensbedrohliche Infektionen – 20 davon befinden sich in der Charité.
Die Charité genießt das Vertrauen vieler prominenter Persönlichkeiten, darunter Politiker und Stars aus aller Welt. Dies ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Arbeit und kontinuierlichen Weiterentwicklung. Heute leistet die Klinik nicht nur in der Patientenversorgung, sondern auch in der medizinischen Bildung einen entscheidenden Beitrag.
Die Charité bleibt ein Symbol für Fortschritt und Menschlichkeit und ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Geschichte und Innovation in der Medizin Hand in Hand gehen.