9 Februar 2026

Elektrischer Haartrockner: Wie das Berliner Unternehmen AEG Frauen das Leben erleichtert hat

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Frisuren waren schon immer Ausdruck der Persönlichkeit. Deshalb gibt es unzählige Möglichkeiten, das Haar zu stylen. Doch lange Zeit stellte das Trocknen nach dem Waschen ein echtes Problem dar. Porzellanbürsten mit heißem Wasser und riesige Haartrockneranlagen konnten die Bedürfnisse der breiten Masse nicht erfüllen. Im Jahr 1900 entwickelte das Berliner Unternehmen AEG eine zuverlässige Methode zum Haaretrocknen, die später von anderen Herstellern weiter optimiert wurde. Heute, im 21. Jahrhundert, gibt es eine Vielzahl moderner Haartrockner – von einfachen Geräten bis hin zu High-Tech-Produkten. Mehr dazu auf berlin.eu.

Die ersten Versuche

Die Anfänge des Haartrockners reichen ins späte 19. Jahrhundert zurück. 1888 erfand der französische Friseur Alexandre-Ferdinand Godefroy den ersten Prototyp. Das große Gerät war an einem Kaminrohr befestigt, durch das heiße Luft in eine Haube über dem Kopf geleitet wurde. Inspiriert wurde Godefroy von der Technik der Staubsauger. Natürlich war sein Trockner weder komfortabel noch sicher – aber er legte den Grundstein für handliche Modelle aus Kunststoff.

„Heißluftdusche“ aus Berlin

Die Ingenieure des Berliner Unternehmens AEG (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AG) arbeiteten intensiv daran, Elektrizität alltagstauglich zu machen. Im Jahr 1900 entwickelten sie die sogenannte „Heißluftdusche“ – ein elektrisches Gerät, das rund zwei Kilogramm wog. Es wurde nicht nur als Haartrockner, sondern auch als medizinisches Hilfsmittel gegen Muskelverspannungen, Rheuma und Furunkel beworben. Doch mit Temperaturen von bis zu 90 °C bestand Verbrennungsgefahr – grundlegende Verbesserungen waren dringend nötig.

Übrigens: AEG wurde 1883 von Emil Rathenau gegründet. Das Unternehmen versorgte ganz Berlin mit Strom und war auf elektrische Beleuchtung spezialisiert. Es hatte sich 1881 auf der Pariser Weltausstellung die Rechte an der Glühbirne gesichert. Mit kleinen Kraftwerken brachte AEG Strom in Cafés, Theater und Straßenbahnen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts betrieb das Unternehmen bereits 248 Kraftwerke. Während des Zweiten Weltkriegs machte sich AEG allerdings auch einen schlechten Namen – wegen der Zusammenarbeit mit dem NS-Regime und dem Einsatz jüdischer Zwangsarbeiter in Konzentrationslagern.

Der Weg zur Handlichkeit

1911 patentierte der aus Armenien stammende Amerikaner Gabriel Kazanjian den ersten tragbaren elektrischen Haartrockner. Sein Modell war leicht, lag gut in der Hand und ermöglichte es, den Luftstrom gezielt zu lenken. Zudem konnte man den Heizmechanismus abnehmen, um das Haar mit kühler Luft zu trocknen.

Der Begriff „Fön“ stammt übrigens von einem Modell der Berliner Firma Sanitas aus dem Jahr 1908 – benannt nach dem warmen, trockenen Alpenwind. Schon in den 1930er-Jahren war der tragbare Fön bei Berlinerinnen beliebt. Damals schickten Energieversorger regelmäßig Vertreter in die Haushalte, um Bügeleisen, Toaster und natürlich Föne zu bewerben – ideal für die Tagesnutzung, um die Stromspitzen am Abend auszugleichen. Auch die angesagte Bob-Frisur trug zur Popularität der Geräte bei.

Bereits in den 1950er-Jahren war der Fön kein Luxus mehr, sondern ein Massenprodukt. 1957 übernahm AEG die Rechte an der Marke Fön. Die ersten Kunststoffmodelle entstanden ebenfalls in den Fünfzigern. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Geräte leichter und kompakter. Die heutige „Pistolenform“ geht auf den französischen Ingenieur Jean Mantelet von Moulinex zurück. 1965 brachte General Electric den Medaillon Hair Dryer auf den Markt – ein ikonischer, tragbarer Haartrockner.

Moderne Technik für modernes Styling

Technische Innovationen – wie verschiedene Hitze- und Gebläsestufen – machten den Haartrockner nutzerfreundlicher. Materialien wie Keramik und Turmalin sowie Ionen- und Infrarottechnologien sorgten für bessere Ergebnisse bei geringerer Haarschädigung. Die heutigen Geräte sind Hightech-Produkte, die den Styling-Anforderungen unserer Zeit gerecht werden. Ihre Vorteile:

  • Schnelles Trocknen: Jahrzehntelange Forschung hat die Trocknungszeit drastisch verkürzt.
  • Einfache Anwendung: Temperatur und Luftstrom lassen sich individuell einstellen – ideal für Alltagslooks oder aufwendige Frisuren.
  • Weniger Haarschäden: Moderne Geräte verteilen die Hitze gleichmäßig und schützen das Haar vor Überhitzung.
  • Anti-Frizz-Effekt: Einige Modelle reduzieren fliegende Haare und sorgen für ein glattes Finish.
  • Kompaktheit: Es gibt ultraleichte Reisegeräte, die in jede Tasche passen.
  • Zubehör: Diffusor, Styling-Düsen und Rundbürsten sorgen für maximale Flexibilität.
  • Leiser Betrieb: Weniger Lärm bedeutet mehr Komfort beim Trocknen.

Die beliebtesten Modelle

  • Mit Ionen-Technologie: Sie neutralisieren die elektrische Aufladung im Haar – für mehr Glanz und weniger Knoten.
  • Mit Keramik-Heizelement: Garantiert eine gleichmäßige Wärmeverteilung und schützt die Haarstruktur.
  • Turmalin-Föhne: Arbeiten mit infraroter Wärme, trocknen schnell und schonend.
  • Kompakt-Föhne für unterwegs: Zusammenklappbar, leicht und ideal für Reisen.

Fazit

Heute gehört der Haartrockner zur Grundausstattung jedes Haushalts. Er trocknet nicht nur Haare, sondern kommt gelegentlich auch beim Trocknen von Kleidung oder beim Abdichten von Fenstern zum Einsatz. Was einst als Innovation für Frauen galt, ist inzwischen ein universeller Alltagshelfer. Ob zu Hause oder im Hotel – ein Fön ist fast immer in Reichweite. Und obwohl sich viel verändert hat, erinnern moderne Geräte noch immer an die Modelle, die unsere Urgroßmütter benutzten. Elegant und leistungsstark, spiegeln sie eine spannende Geschichte wider – und verbinden Vergangenheit mit Zukunft auf stilvolle Weise.

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