Wussten Sie, dass laut neuesten Untersuchungen mehr als 30 % der Weltbevölkerung unter Sehproblemen leiden? Diese Zahl nimmt jedes Jahr zu, und heutzutage sind Spezialisten in der Augenheilkunde wertvoller denn je.
Augenärzte sind heute praktisch die Retter der Menschheit, denn sie diagnostizieren und behandeln eine Vielzahl von Erkrankungen der Sehorgane. Die Augenheilkunde als eigenständiger Zweig der Medizin entstand jedoch erst vor relativ kurzer Zeit. Nur wenige wissen, dass der Begründer dieses Fachgebiets der berühmte Berliner Chirurg und Augenarzt Friedrich Wilhelm Ernst Albrecht von Graefe ist. Zu den Errungenschaften von Albrecht von Graefe zählen nicht nur die Gründung der Augenheilkunde, sondern auch zahlreiche weitere bahnbrechende Forschungen und Behandlungsmethoden. Unser Artikel auf iberlin.eu hilft Ihnen, die Biografie eines der besten Augenärzte aller Zeiten kennenzulernen.
Frühe Jahre

Albrecht von Graefe wurde 1828 in Berlin in eine Familie von Chirurgen und Augenärzten hineingeboren. Sein Vater war ein bekannter Professor für Medizin und Chirurgie im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Er war der erste, der die Notwendigkeit und Bedeutung einer Abspaltung der Augenheilkunde als eigenständiges medizinisches Fachgebiet erkannte. Doch es gelang ihm nicht, dies zu Lebzeiten zu verwirklichen – diese Aufgabe übernahm sein Sohn Albrecht von Graefe.
Bereits in jungen Jahren wuchs Albrecht von Graefe in einer besonderen Atmosphäre auf. Stellen Sie sich vor, welchen Einfluss die Umgebung seines Vaters, dessen Forschung und wissenschaftliche Tätigkeit auf den jungen Jungen hatten. Es überrascht nicht, dass Albrecht von Graefe sich für die Medizin begeisterte und beschloss, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er begann seinen Weg mit einer soliden Ausbildung.
Ausbildung und erste Erfolge
Albrecht von Graefe begann seine Ausbildung an der Französischen Schule in Berlin. Dort erwarb er eine starke Grundlage, die es ihm ermöglichte, das Medizinstudium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin aufzunehmen. Dort studierte er bei den besten deutschen Wissenschaftlern. Interessanterweise lehrte Johann Christian Jüngken, ein Gegner der Eigenständigkeit der Augenheilkunde, dieses Fach an der Universität. Dies weckte bei den Studenten wenig Interesse an der Wissenschaft über Sehorganerkrankungen. Doch Albrecht von Graefe ließ sich davon nicht abhalten, die Augenheilkunde zu studieren. Er war ein Befürworter der Ansichten seines Vaters und überzeugt, dass die Augenheilkunde die Wissenschaft der Zukunft sei.
Er schloss sein Medizinstudium 1847 ab. Nach der Verteidigung seines Diploms reiste er durch Europa.
Während seines Aufenthalts in Prag traf er den berühmten Arzt Ferdinand von Arlt, der eine eigene Augenklinik betrieb. Ferdinand von Arlt wurde der erste Lehrer Albrechts im Bereich der Augenheilkunde. Wahrscheinlich inspirierte er Albrecht von Graefe nachhaltig. Später führte ihn seine Reise nach Paris, wo er von führenden Augenärzten und Chirurgen lernte und wertvolle Erfahrungen sammelte. Diese Grundlage machte ihn zum besten Augenarzt Berlins.

Rückkehr nach Berlin
Albrecht von Graefe kehrte 1852 nach Berlin zurück und begann dort seine private Praxis für Chirurgie und Augenheilkunde. Einige Jahre später gründete er eine private Augenklinik, die bald die erste Augenheilanstalt in Deutschland wurde. Die Klinik von Albrecht von Graefe war nicht nur ein Behandlungszentrum, sondern auch ein Ort für wissenschaftliche Forschung.
Mit nur 27 Jahren hatte Albrecht von Graefe bereits den Titel eines Professors für Chirurgie und Augenheilkunde, zahlreiche Forschungsarbeiten und erfolgreiche Operationen vorzuweisen.
Medizinische Errungenschaften von Albrecht von Graefe
Albrecht von Graefe wurde berühmt als Begründer der modernen Augenheilkunde. Er bewies den Zusammenhang zwischen Augenkrankheiten und inneren oder neurologischen Erkrankungen wie Diabetes, Nierenproblemen oder erhöhtem Hirndruck. Er war der erste, der in der Praxis ein Ophthalmoskop einsetzte, um den Augenhintergrund der Patienten zu untersuchen.
1862 entwickelte Albrecht von Graefe das erste Tonometer zur Messung des Augeninnendrucks. Er war auch der erste Arzt, der große Erfolge bei der Behandlung von Schielen erzielte.

Bedeutendste Errungenschaften und Einfluss auf die moderne Augenheilkunde
Albrecht von Graefe führte eine bahnbrechende Operation zur Behandlung von Glaukomen ein, die darin bestand, einen Teil der Iris zu entfernen, um den Augeninnendruck zu verringern und Blindheit zu verhindern. Außerdem verbesserte er die Technik der Kataraktentfernung und erfand das nach ihm benannte Graefe-Messer, das fast ein Jahrhundert lang verwendet wurde.
Im Laufe seines Lebens führte Albrecht von Graefe mehr als 10.000 Operationen durch und behandelte über 100.000 Patienten.
Letzte Jahre

1861 erkrankte Albrecht von Graefe schwer an tuberkulöser Pleuritis. Trotz seiner Krankheit arbeitete er weiter, was seine Gesundheit erheblich beeinträchtigte. 1870 verstarb er im Alter von nur 42 Jahren in Berlin.
Seine Beiträge sind bis heute grundlegend für die moderne Augenheilkunde.