10 Mai 2026

Regine Hildebrandt – Eine herausragende Ministerin für Sozialpolitik in Deutschland

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In ihrer Jugend war sie eine vielseitige Persönlichkeit. Fotografien zeigen sie als strebsame Schülerin mit geflochtenen Zöpfen, als aktive Jugendliche mit Sonnenbrille und offenen Haaren, die Urlaub genießt oder Trümmer beseitigt, und als glückliche Studentin mit Zigarette und Weinflasche. All diese Facetten gehören zu Regine Hildebrandt, die später zur bekanntesten Ministerin für Sozialpolitik in Deutschland wurde und in Berlin lebte. Mehr über ihr Leben und Wirken erfahren Sie auf iberlin.eu.

Kindheit und Ausbildung

Laut Tagesspiegel.de wurde Regine Hildebrandt (geb. Radischewski) am 26. April 1941 im Berliner Bezirk Mitte geboren. Sie kam in einer Zeit zur Welt, als Deutschland den Zweiten Weltkrieg begonnen hatte und sich auf den Angriff auf die Sowjetunion vorbereitete. Ihr Vater war Pianist und Lehrer an der Staatlichen Ballettschule, später möglicherweise auch Pastor. Ihre Mutter Gertrud war Hausfrau.

Wie alle Kriegskinder erlebte Regine Hunger, Kälte, Bombenangriffe, feuchte Keller und Angst. Die vierköpfige Familie teilte sich eine kleine Wohnung mit einem Untermieter, was für sie jedoch nicht als großes Leid empfunden wurde. Ihre Schulzeit verbrachte sie an der Grenze zwischen der BRD und der DDR.

Nach der Teilung Berlins besuchte sie zunächst eine Schule in West-Berlin, bevor sie nach Ost-Berlin wechselte. 1959 schloss sie die Schule Max Planck mit einem Abitur (A-Levels) ab.

Studium und Karriere in der Pharmaindustrie

Nach der Schule studierte sie von 1959 bis 1964 Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Aufgrund ihres fehlenden Engagements in der FDJ (Freie Deutsche Jugend) hatte sie mit Hindernissen zu kämpfen. Mit Unterstützung von Lehrenden und Forschenden der Universität konnte sie jedoch erfolgreich studieren, promovierte 1968 und begann ihre berufliche Laufbahn.

Regine arbeitete 15 Jahre lang bei der VEB Berlin-Chemie, wo sie stellvertretende Leiterin der Abteilung für Pharmakologie wurde. Danach wechselte sie in den öffentlichen Dienst und leitete den Bereich für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen. Gleichzeitig war sie in Fachgesellschaften für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen aktiv.

Politische Karriere

Noch vor dem Mauerfall 1989 trat Regine Hildebrandt der Bewegung „Demokratie Jetzt“ und der SPD bei. Nach den ersten freien Wahlen in der DDR wurde sie 1990 Ministerin im Kabinett von Lothar de Maizière. Später arbeitete sie als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen im Land Brandenburg, wo sie als volksnah und direkt geschätzt wurde. Für ihre offene Art erhielt sie den Spitznamen „Mutter Courage des Ostens“.

Ihre Amtszeit endete 1999 nach einem Regierungsskandal. Dennoch blieb sie politisch aktiv und wurde mehrmals in den SPD-Vorstand gewählt. 1991 wurde sie zur „Frau des Jahres“ in Deutschland gekürt.

Privates Leben und Tod

Regine heiratete 1966 den Journalisten Jörg Hildebrandt. Gemeinsam hatten sie drei Kinder. Die Familie engagierte sich kulturell und sozial in Berlin. Regine Hildebrandt starb 2001 im Alter von 60 Jahren an Brustkrebs. Ihre Beisetzung fand unter großer Anteilnahme prominenter Politiker wie Kanzler Schröder statt.

Für ihre Verdienste erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz, die Gustav-Heinemann-Medaille und die „Goldene Henne“.

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