9 Februar 2026

Adolf von Baeyer – Ein berühmter deutscher Chemiker

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Der weltweit bekannte Fußballverein „Bayer 04 Leverkusen“ verdankt seinen Namen einem nicht weniger berühmten Wissenschaftler und Wohltäter aus Berlin – Adolf von Baeyer. Während heute der Fußballklub bekannter ist, war es vor 100 Jahren genau umgekehrt: Die Welt bewunderte die deutsche chemische Industrie, die durch die Ideen und Experimente des in der wissenschaftlichen Gemeinschaft geschätzten Johann Friedrich Wilhelm Adolf (seit 1885 Ritter von) Baeyer entscheidend geprägt wurde. Näheres über diesen Wissenschaftler berichtet die Webseite berlin.eu.

Erste Schritte im Leben

Wie nobelprize.org berichtet, wurde Johann Friedrich Wilhelm Adolf von Baeyer, der zukünftige deutsche Chemiker und Dozent, 1835 (genauer am 31. Oktober) in Berlin geboren. Seine Eltern Johann Jakob und Eugenie stammten aus gebildeten Familien. Der Vater war Generalleutnant und Geodät (er entwickelte das europäische System der geodätischen Messungen), die Mutter entstammte einer Schriftsteller- und Verlegerfamilie. Zu den Taufpaten des Jungen gehörten der Dichter Adelbert von Chamisso und der Astronom Friedrich Wilhelm Bessel.

Adolf von Baeyers Neigung zu den Naturwissenschaften sowie seine Beobachtungsgabe und Intelligenz zeigten sich bereits in der frühen Kindheit. Seine Leidenschaft für chemische Experimente führte dazu, dass er im Alter von 20 Jahren seine erste Entdeckung machte: eine neue Doppelsalzverbindung aus Kupfer.

Ausbildung und erste wissenschaftliche Entdeckungen

Seine Ausbildung begann Baeyer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Anschließend studierte er von 1853 bis 1855 an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin Mathematik und Physik unter den bekannten Wissenschaftlern P. G. Dirichlet und G. Magnus. Doch das Leben erinnerte ihn an seine Vorliebe für Chemie, und so wandte er sich 1856 nach drei Semestern Physik und einem Jahr Militärdienst wieder der Chemie zu. Er wechselte an die Universität Heidelberg, wo er unter Robert Bunsen studierte. Dort forschte er zu Methylchlorid und schrieb seine erste wissenschaftliche Arbeit zu dessen Anwendungen (1857).

Baeyer arbeitete anschließend in der Privatlabor von August Kekulé, dem Begründer der Strukturchemie. Dort machte er wichtige Entdeckungen zur Strukturtheorie der Chemie, was ihm weltweite Anerkennung einbrachte. 1858 promovierte er mit einer Dissertation über Methylarsenverbindungen. Seiner Ansicht nach lag sein Erfolg darin, dass er ein Praktiker war, im Gegensatz zu Kekulé, der mehr ein Theoretiker war.

Weitere wissenschaftliche und pädagogische Tätigkeit

Nach seiner Promotion setzte Baeyer seine Arbeit mit Kekulé in Gent fort, wo er die Struktur von Pseudoharnsäure, Harnsäure und Alloxan erforschte. Während seiner Harnsäurestudien entdeckte er die Barbitursäure, was ihm eine Dozentenstelle ermöglichte. 1860 wurde er Privatdozent an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und später Dozent am Gewerbeinstitut in Berlin, wo er zwar ein geringes Gehalt erhielt, aber Zugang zu einer großzügigen Laborumgebung hatte.

1865 synthetisierte Baeyer Indigo – ein chemischer Farbstoff, der ihn seit seiner Kindheit faszinierte. Weitere Entdeckungen in diesem Bereich folgten, darunter Indol und Indigotin. Seine Schüler klärten die Struktur von Alizarin und entwickelten dessen industrielle Synthese.

1866 wurde Baeyer Dozent an der Berliner Universität, doch die Position war unbezahlt. Dies veranlasste ihn, nach Straßburg zu ziehen, wo ein neuer Universitätsstandort entstand. 1867 gehörte er zu den Gründern der Deutschen Chemischen Gesellschaft.

Arbeit in München

1875 wurde Baeyer nach dem Tod von Justus von Liebig als Professor an die Universität München berufen. Dort modernisierte er das Chemielabor und führte praktische Lehrmethoden ein. Seine Forschung umfasste Indigo, Acetylen und Polyacetylen sowie die von ihm formulierte Spannungs-Theorie der Kohlenstoffringe. Auch Benzon, organische Peroxide und Oxoniumverbindungen wurden unter seiner Leitung untersucht.

Bedeutung seiner Tätigkeit und Privatleben

Adolf von Baeyers wissenschaftliche Arbeit war wegweisend und vielfältig. Er arbeitete intensiv, glaubte an die Bedeutung theoretischer Ansätze und bewahrte bis ins hohe Alter jugendliche Neugier und Energie. Seine Lehre förderte 50 spätere Wissenschaftler und Dozenten.

Adolf von Baeyer war mit Adelheid (Lidi) Bendemann verheiratet und hatte eine Tochter und zwei Söhne, die ebenfalls akademische Karrieren verfolgten.

Auszeichnungen

1905 erhielt Adolf von Baeyer den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten zu organischen Farbstoffen und Hydroaromaten. Er wurde in zahlreiche wissenschaftliche Akademien berufen, darunter die Bayerische, die Göttinger und die Russische Akademie der Wissenschaften. 1885 wurde er in den erblichen Adelsstand erhoben.

Vermächtnis

Baeyers Forschungen leben weiter. 1967 wurde eine Straße in München nach ihm benannt, 2009 ein Mondkrater „von Baeyer“. Seit 1911 vergibt die Gesellschaft Deutscher Chemiker die Adolf-von-Baeyer-Medaille.

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