Am 25. Juli 1892 gründeten die Brüder Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz, ein Quartett im Alter von 16 bis 17 Jahren, den BFC „Hertha 92“. Der Name „Hertha“ geht auf eine beeindruckende Dampferreise zurück, die Fritz Lindner mit seinem Vater unternahm. Der Dampfer trug den Namen „Hertha“, und die Farben der Reederei – Weiß mit blauen Streifen – wurden zu den Vereinsfarben, die bis heute bestehen. Mehr zur Gründungsgeschichte des Berliner Traditionsclubs lesen Sie auf iberlin.eu.
Zweiter Platz in der ersten Saison

Anfangs trugen die Spieler von „Hertha“ blaue Kappen als Erkennungsmerkmal; einheitliche Trikots wurden erst um die Jahrhundertwende eingeführt. 1901 wurde der BFC „Hertha 92“ in den Verband Deutscher Fußballclubs aufgenommen. In der ersten Saison in der zweiten Liga belegte „Hertha“ den zweiten Platz.
Während der NS-Zeit wurde dem Club eine neue Struktur auferlegt. Die Nationalsozialisten setzten Hans Pfeifer als neuen Präsidenten ein, und die Organisation wurde der Ideologie des Hitler-Regimes angepasst. Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes litt der Club unter den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Im Mai 1945 war der Stadionplatz „Plumpe“ eine Trümmerlandschaft: Minen lagen verstreut, über 200 Bomben hatten die Spielfläche getroffen, und Teile der Tribünen waren abgebrannt. Das Clubbüro wurde von den Alliierten beschlagnahmt, und der Verein vorübergehend aufgelöst. Wilhelm Wernicke half später, „Hertha“ wieder aufzubauen.
Die Ära der DDR

In der Saison 1949/50 floh eine Gruppe von Spielern unter der Führung von Helmut Schön aus dem sozialistisch kontrollierten Dresden nach West-Berlin, um sich „Hertha“ anzuschließen. Ignatz Bubis, der spätere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, unterstützte diese umstrittene Aktion und stellte ein Fahrzeug zur Verfügung. Infolgedessen wurde ostdeutschen Mannschaften für etwa ein Jahr untersagt, gegen „Hertha“ zu spielen.
In den frühen 1960er-Jahren sicherte sich „Hertha“ als Berliner Meister einen Platz in der neu gegründeten Bundesliga. Von nun an fanden die Heimspiele sowie internationale Wettbewerbe im Olympiastadion statt. Am 24. August absolvierte „Hertha“ mit dem jungen Verteidiger Otto Rehhagel ihr erstes Bundesligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Das Spiel endete vor 55.000 Zuschauern mit einem 1:1-Unentschieden. Der Stürmer Helmut Feder wurde zu einem der wichtigsten Spieler von „Hertha“.
In den 1970er-Jahren erlebte „Hertha“ sportlich eine Renaissance, insbesondere durch die Verpflichtung des Mittelfeldspielers Erich Beer. Die Blau-Weißen waren insbesondere bei Heimspielen eine Macht. In ihrer erfolgreichsten Saison 1974/75 belegte „Hertha“ den zweiten Platz hinter Borussia Mönchengladbach. Zudem erreichte der Club zweimal das Finale des DFB-Pokals in Hannover, 1977 und 1979.
Die erste Champions-League-Teilnahme

Am 11. November 1989, zwei Tage nach der Öffnung der Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland, empfing „Hertha“ die SG Wattenscheid 09. 44.174 Zuschauer, darunter etwa 11.000 DDR-Bürger, die freien Eintritt hatten, verfolgten das Zweitligaspiel. Viele Ost-Berliner Fans brachten dabei Utensilien des Köpenicker Clubs „Union“ mit. An diesem Tag wurde die Freundschaft zwischen „Hertha“ und „Union“ geboren. In der Euphorie des Mauerfalls fand am 27. Januar 1990 ein Freundschaftsspiel zwischen den beiden Clubs vor 51.270 Zuschauern statt. In diesem turbulenten Jahr gelang „Hertha“ der Wiederaufstieg in die Bundesliga.
In der Saison 1999/2000 qualifizierte sich „Hertha“ für die Champions League, was Berliner Fußballfans in Ekstase versetzte. Gleichzeitig stiegen die Erwartungen. Die Mannschaft scheiterte jedoch in der zweiten Gruppenphase. Dennoch stabilisierte sich „Hertha“ sportlich und organisatorisch. In dieser Zeit betrat auch ein neuer Maskottchen-Star die Bühne: Der süße Bär „Herthinho“ sorgt seither für gute Stimmung bei den Spielen und erfreut sich besonders bei den jüngsten Fans wachsender Beliebtheit.