9 Februar 2026

Wie sich der Hebammendienst in Europa und Deutschland entwickelte

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Die erste Person, die wir bei unserer Geburt sehen, ist in der Regel eine Hebamme. Sie nimmt uns in Empfang und übergibt uns an unsere Mutter oder unseren Vater. Die Geschichte der Geburtshilfe ist lang und faszinierend. Im Folgenden betrachten wir ihre Entwicklung in Berlin. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel auf iberlin.eu.

Geschichte der Geburtshilfe

Wie die Plattform hebammenblog.de berichtet, gab es Hebammen vermutlich schon in prähistorischen Zeiten. Jahrtausendelang wurde die Geburtshilfe vorwiegend von Frauen ausgeübt, die biologisch besser auf Geburtshilfe und Kinderpflege vorbereitet waren. Das schließt jedoch nicht aus, dass es auch männliche Geburtshelfer gab. Bei manchen Urvölkern praktizierten auch Männer als Geburtshelfer.

Die Geburtshilfe etablierte sich langsam als medizinischer Beruf. In der deutschen Stadt Regensburg wurden 1452 erste Regeln für Hebammen erlassen, die 200 Jahre lang galten und später aktualisiert wurden. 1513 erschien das erste Lehrbuch von Reslin. Zu dieser Zeit begann der Staat, die Arbeit von Hebammen zu bezahlen, wie etwa 1456 in Frankfurt am Main. Später erhielten Hebammen sogar Geburtshocker und Handbücher.

Dennoch waren solche Beispiele selten. Bis ins 18. Jahrhundert wurden Geburten in Berlin und weltweit meist von Nachbarinnen und Verwandten unterstützt. Diese Frauen halfen der werdenden Mutter, und ihre Tätigkeit wurde schrittweise professionalisiert. Meist waren es ältere, erfahrene Frauen, die ihre Kenntnisse wahrscheinlich durch Beobachtungen an Tieren erwarben. Die Eingriffe beschränkten sich auf einfaches Drücken und das Durchtrennen der Nabelschnur. Dabei kam es oft zu Fehlern, die das Leben von Mutter und Kind gefährdeten.

Neben Nachbarinnen und Verwandten leisteten auch Heilerinnen Geburtshilfe. Im mittelalterlichen Mitteleuropa übernahmen Barbiere-Chirurgen, die als Volksärzte galten, oft diese Aufgaben. Beispielsweise praktizierten 1790 in Zürich vier Ärzte mit Diplom, aber 32 Barbiere. Gleichzeitig gab es 1799 acht staatlich bezahlte Hebammen in der Stadt. In Paris gab es bereits 1292 eine hohe Anzahl an Hebammen.

Ein deutsches Lehrbuch für Hebammen aus dem Jahr 1847 bezeichnete Hebammen als „die nützlichsten und schädlichsten Menschen“. Ob das stimmt, erfahren wir im weiteren Verlauf.

Entwicklung von Hebammenschulen in Deutschland im 18. Jahrhundert

Bis ins 18. Jahrhundert war die Geburtshilfe eine Domäne der Frauen. Männer, Ärzte und Chirurgen wurden wegen Schamgefühlen nur im Notfall hinzugezogen. Gleichzeitig betrachteten viele Ärzte die Geburtshilfe als Aufgabe von Handwerkern wie Barbieren. Daher boten Universitäten keine speziellen Kurse für Geburtshilfe an. An der Universität Göttingen, die 1737 gegründet wurde, hielt Johann Jakob Huber Vorlesungen zu diesem Thema. Nach seinem Weggang wurde die Lehre eingestellt und erst 1748/49 von Johann Gottfried Brendel wieder aufgenommen.

Situation der Geburtshilfe im frühen 20. Jahrhundert in Berlin

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fanden in Berlin 97 % der Geburten zu Hause statt, nur 3 % in Krankenhäusern. Die Kindersterblichkeit betrug bei armen Familien 15 %, bei wohlhabenden 3 %. Ursachen waren schlechte Wohnbedingungen, Mangelernährung, Enge, fehlendes fließendes Wasser und mangelnde Hygiene. Daher wurde der Bau einer modernen Klinik mit Schulungszentrum beschlossen – die Frauenklinik mit Hebammenschule am Mariendorfer Weg.

Staatliche Frauenklinik und Hebammenschule in Brandenburg

1914 begann der Bau der Klinik, der trotz des Krieges 1917 abgeschlossen wurde. Die Einrichtung bot Platz für 80 Hebammenschülerinnen, die in der Klinik praktizierten und in angrenzenden Wohnheimen lebten. Am 1. Juli 1917 nahm die Klinik unter der Leitung von Prof. Hammerschlag ihren Betrieb auf. Er war ein Verfechter der Hebammenausbildung.

Ausbildung von Hebammen in den 1920er Jahren

1917 begann die Ausbildung mit einem stabilen Lehrplan, der ab 1920 18 Monate dauerte. 85 % der Geburten wurden von den Hebammenschülerinnen betreut. Die Arbeit dauerte von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends, mit einem freien Tag pro Woche.

Hebammen unter dem Nationalsozialismus

Während der NS-Zeit mussten einige Dozenten aus politischen oder rassischen Gründen emigrieren. Die Leitung übernahm Prof. Ottow, ein überzeugter Nationalsozialist, der Massensterilisationen durchführte. Neben medizinischen Inhalten wurden rassische und ideologische Themen in den Unterricht integriert.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die medizinische Versorgung katastrophal. Die Ausbildung wurde dennoch unter der Leitung von E. Bracht schnell wieder aufgenommen. 1952 modernisierten die Amerikaner die Klinik, die als Vorzeigemodell geplant war, um die Kindersterblichkeit zu senken. Frauen wurden auf die Geburt vorbereitet, und es wurden Kurse und Gymnastikstunden angeboten.

In den folgenden Jahren führte Prof. Saling viele Experimente durch, darunter Blutanalysen des Fötus und Beatmungsgeräte für Neugeborene. Einige dieser Innovationen werden noch heute verwendet.

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