10 Mai 2026

Der gebürtige Berliner – Erfinder des ersten deutschen Verkehrsflugzeugs

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Karl Wilhelm Brunolf Baade war ein deutscher Ingenieur und Universitätsprofessor, der als Vater der Luftfahrtindustrie der DDR gilt. Darüber hinaus war Bruno Baade Chefkonstrukteur des ersten deutschen Düsenverkehrsflugzeugs, der „152“. Die Biografie dieses gebürtigen Berliners und Flugzeugkonstrukteurs erfahren Sie auf iberlin.eu.

Studium an zwei Universitäten

Baade wurde 1904 in Berlin geboren. Laut Geburtsurkunde und Taufbuch gaben ihm seine Eltern den Namen Karl Wilhelm Bruno. Ab 1910 besuchte Baade das Kaiser-Friedrich-Realgymnasium in Rixdorf, das er 1922 abschloss. Mit dem Wunsch, Schiffsbauer zu werden, begann er ein Studium an der Universität Hamburg. Danach folgten einige Gelegenheitsarbeiten, darunter eine Reise nach Südamerika als Kohlentrimmer auf einem Atlantikdampfer.

1923 schrieb er sich an der Technischen Universität Berlin im Fachbereich Maschinenbau ein. 1926 legte er die Vorprüfung im Bereich Schiff- und Flugzeugbau ab. Während seines Studiums in Berlin kam er mit der Berliner Akaflieg in Kontakt und entwickelte ein wachsendes Interesse an der Luftfahrt. In einer Studienpause von November 1926 bis März 1927 arbeitete Baade am Deutschen Forschungsinstitut für Luftfahrt in Berlin.

Entwicklungen bei „Junkers“

Nach einer Reise in die USA kehrte Baade nach Deutschland zurück. 1939 wollte er erneut in die Vereinigten Staaten ausreisen, erhielt jedoch keine Ausreisegenehmigung. Stattdessen trat er bei „Junkers AG“ in Dessau ein und machte dort eine beeindruckende Karriere. Baade arbeitete zusammen mit dem Chefkonstrukteur Ernst Zindel, dem Entwicklungsleiter Heinrich Hertel und dem Generaldirektor Heinrich Koppenberg an der Weiterentwicklung mehrerer „Junkers“-Flugzeugmodelle.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und einer kurzen amerikanischen Gefangenschaft versuchten Baade und andere Ingenieure von „Junkers“, den industriellen Wiederaufbau in Dessau voranzutreiben. Das Werk stand unter sowjetischer Leitung, und für die Entwicklung neuer Flugzeuge wurden 3.000 qualifizierte Arbeiter und Ingenieure eingestellt. Baade wurde Chefdesigner der Entwicklungsabteilung.

1946 wurde das „Junkers“-Werk in einer verdeckten Operation, zusammen mit den Mitarbeitern, Windkanälen und weiterer Ausrüstung, in die Sowjetunion verlegt. Baade wurde die Entwicklung leistungsfähiger Flugzeuge nahe Moskau anvertraut. Nach Stalins Tod kehrten die „Junkers“-Ingenieure 1954 in die Heimat zurück.

Der erste Düsenverkehrsflieger

In der DDR erhielt Baade mit seinem hochqualifizierten Team den Auftrag, das Düsenverkehrsflugzeug „152“ für die zivilen Bedürfnisse der Sowjetunion zu bauen. Das Flugzeug sollte bis zu 72 Passagiere aufnehmen und eine Reisegeschwindigkeit von 850 km/h erreichen.

Am 4. Dezember 1958 absolvierte die „152“, das erste deutsche Verkehrsflugzeug, erfolgreich ihren Erstflug. Am 4. März 1959 startete das Flugzeug von Dresden nach Leipzig, um bei einer Ausstellung Walter Ulbricht und Nikita Chruschtschow zu beeindrucken. Doch kurz nach dem Start in Dresden stürzte die „152“ während eines geplanten Sinkflugs für Fotoaufnahmen ab. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Obwohl ein zweiter Prototyp der „152“ deutlich erfolgreicher war, wurde das Programm 1961 unter rätselhaften Umständen eingestellt.

Baades späteres Wirken

Professor Baade verbrachte einen Großteil seines Berufslebens in Dessau. Während seiner Zeit dort lebte er in der Oechelhäuserstraße 33, wo er eine Garage mit einem großen 12-Zylinder-Ford-Motor hatte.

Später wurde Baade Leiter des Instituts für Leichtbau und materialeffiziente Konstruktionen, das unter anderem das Gewicht von Doppelstockzügen radikal reduzierte und Bogendächer für typische DDR-Sporthallen entwickelte.

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